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Alt 04.09.2006, 13:37 Nach oben    #1
Martin Breuer
 
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Standard Kunden - Gute Argumente um uneinsichtigen Kunden zu helfen

Hallöle,
mich würde mal interessieren, mit welchen Argumenten ihr bei einem Kundengespräch an den Start geht, wenn der Kunde auf etwas besteht, was euch und dem Projekt Probleme bereitet. Denkbar wären da z.B. veraltete Versionen von Datenbanksystemen, von PHP, Apache oder gar Betriebssysteme.

Welche Probleme das aufwerfen kann, könnte man z.B. hier sehen.

Kurze Berichte über solche Kundenerfahrungen sowie ob und wie ihr sie überzeugt oder nicht überzeugt habt dürfte sicher eine gute Sammlung an Wissen und Argumente erzeugen.

Ich bitte um rege Teilnahme.

Falls wem der Sinn des Threads noch fremd ist:
Die Erfahrungen anderer Nutzen um bessere Kundenverhandlungen zu führen.
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Alt 04.09.2006, 13:58 Nach oben    #2
Projektleiter
 
Registriert seit: 30.11.2005
Ort: Bottrop
Beiträge: 1.110
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Mein Lieblingsargument:
Zitat:
Mhm, ja, kein großes Problem, nur halt mehr Aufwand - kostet Sie also xyz Euro mehr, oder das ganze verzögert sich um x Tage.
Thema erledigt (d.h. Kunde aktualisiert oder wechselt Hoster).

Wenn das nicht möglich ist, weißt man eben darauf hin, dass das System unter hoher Last weniger effizient arbeitet und es dadurch zu Probleme kommen könnte und eine spätere Aktualisierung einen entsprechenden Betrag kosten würde oder schwer umzusetzen ist.

Ich glaube es ist mir bisher erst einmal passiert, dass ich mich dem Kunden gegenüber nicht durchsetzen konnte. Die Firma wollte ein CMS auf Dateibasis, ich hätte gerne etwas existierendes (auf Datenbank-Basis) wiederverwendet.
Außerdem hätte ich gerne PHP5 verwendet, es war aber nur PHP4 gegeben.
Aufgrund des relativ kleinen Umfangs (schwieriger war die Umsetzung des Designs) hab ich mich dann breitschlagen lassen, das so zu machen, wie gewünscht. Da die Firma selbst Software produziert, sollten die sich über die Probleme der Zukunft im klaren gewesen sein.
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Alt 04.09.2006, 15:02 Nach oben    #3
Martin Breuer
 
Benutzerbild von WarrenFaith
 
Registriert seit: 17.08.2005
Ort: Berlin
Beiträge: 1.642
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Also ist Zeit und Geld schonmal ein sehr gutes Argument. War ja irgendwie klar

Ich hatte hier auf Arbeit mal heftige Probleme mit der Hardware. Ich sollte ein Produktivsystem mit LDAP, LAMP, SVN und Kolab2 auf 4 Servern verteilen. Chef meinte, dafür reichen Pentium2 300MHz Rechner.
Ich meinte, abteilungsintern mit 30 Mann reicht das sicher, aber er wird Probleme kriegen, wenn er sowas später erweitern will. Außerdem wies ich darauf hin, dass ein CMS existiert, dass genau den Anforderungen entspricht, aber in JSP/Java geschrieben ist, dafür aber deutlich modernere Hardwarestrukturen braucht.

Wollte er nicht.

Nun nach einem Stresstest (System sollte als OpenSource mit Support verkauft werden) mit simulierten 30.000 Usern und nur 600 Zugriffen die Minute ging dem System die Puste aus.
Nun haben wir bessere Hardware aber immer noch ein notdürftiges CMS. Auf den aktuellen Servern würde das Java-CMS jetzt laufen, aber für eine CMS Änderung sei es nun "zu spät". Auch hier bin ich wieder anderer Meinung, aber ich bin ja auch nur ein Werkstudent.

Soviel zu meinen schlechten Erfahrungen. Ich bin da gegen Windmühlen gelaufen....
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Alt 05.09.2006, 17:58 Nach oben    #4
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He, Du schummelst!
Du wolltest Deinen Chef überzeugen. Ist der jetzt Kunde bei Dir oder was?
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Alt 05.09.2006, 18:29 Nach oben    #5
Martin Breuer
 
Benutzerbild von WarrenFaith
 
Registriert seit: 17.08.2005
Ort: Berlin
Beiträge: 1.642
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Nein aber in einer Projektarbeit gibts immer einen Auftraggeber. Das war mein Chef. Er wollte das und das haben, und ich sollte es ihm geben. Das ist mit einem Kunden vergleichbar.
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Alt 05.09.2006, 19:16 Nach oben    #6
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Beiträge: 91
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Es ist vergleichbar aber zu differenzieren!!!
Ich hab Deinen Thread gelesen und zunächst nicht geantwortet eben weil ich nur hätte antworten können das Du differenzieren mußt (im konkreten Fall!) und ich will mich nicht als "Mensch mit Kundenerfahrung" aufspielen. Trotzdem nun ein paar Ratschläge meinerseits.
Zwischen Kunde und Chef existiert ein großer Unterschied!
Und es kommt im jeweiligen Fall immer auf das konkrete Problem an, also kann man kaum allgemeingültige Ratschläge geben.

- Du mußt wissen was Du anbieten kannst bzw. wie Du es anbieten kannst.
- Du mußt wissen was Du anbieten willst oder nicht willst
- Du mußt wissen was Du dafür verlangst
Es komt einfach immer auf den Fall an.
Wenn Du einem Kunden direkt etwas verkaufts bist Du verantwortlich und mußt dem Kunden Dein Angebot und evtl. Probleme vermitteln. "Uneinsichtige Kunden" hört sich schonmal ... äh komisch an. Als absolute Endlösung kannst Du sagen: "Ich bin doch kein Schrotthändler" oder "Ostarbeiter" oder sowas in der Art, wenn Du absolut nicht vom Kundsenwunsch überzeugt bist.
"Uneinsichtige Chefs" hört sich schon ganz anders an. Wenn Du den Chef von Deiner Meinung nicht überzeugen kannst ist es eben Pech. Entweder machst Du die Arbeit trotzdem oder suchst Dir was anderes.
Jedenfalls bekommt man beim zweiten Post direkt einen anderen Eindruck von Deiner "Frage" als beim ersten.
Zum Beispiel kann es einfach sein das Dein Chef einfach kein Java haben will und basta? Man kann auch nicht jeden von seinen Ideen überzeugen, so ist das nunmal.
mfg
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Alt 05.09.2006, 20:11 Nach oben    #7
Benjamin Steininger
 
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ideal ist es wenn man in seiner branche so gut ist dass man sich erlauben kann zu sagen "Dann such dir doch jemand anders der dir das so macht"
Klar kann man selten, aber man sollte sich auch immer daran denken, jemand anders der die Seite oder ähnliches sieht könnte sich dann denken .... man was hat der dem für ne scheisse verkauft ... da lass ich mir bestimmt keine seite machen / mich beraten / etc .... ab nem gewissen punkt kann es auch geschäftsschädigend. Ich bin einmal mit nem argument gekommen, da hat der kunde sich ganz baff rumgedreht und ist gegangen ... kam aber wieder, war ne Situation wo mir ein Kunde sagen wollte wie ich etwas am besten machen sollte:

"Sagen sie ihrem Automechaniker auch wie er ihr Auto reparieren soll ?"

ich denke das sollte man sich oftmals im hinterkopf halten, wenn jemand zu nem metzger geht, sagt er ihm ja auch ned wie der sein schwein zu schlachten hat, wenn jemand zu nem programmierer kommt, ......


Aber ansonsten ist das wirklich ne bescheidene Lage, am besten ziehen meistens Kostenargumente oder Zeitargumente (wobei Zeit meist auch wieder auf Kosten hinausläuft).

mfg
robo47
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Alt 05.09.2006, 20:50 Nach oben    #8
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Registriert seit: 20.08.2005
Beiträge: 91
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...aber man sollte schon zunächst vorsichtig sein mit Sprüchen. In der Regel sind solche Sprüche eher als Reaktion auf Sprüche des Auftraggebers angebracht, zB. wenn er sagt: "Können Sie das etwa nicht" aber damit sagen will das er etwas nicht versteht das etwas nicht geht oder das sein Wunsch halt mehr Geld kostet (das quasi seinerseits keine Einigung erzielt werden kann).
Wenn ein Kunde Deine Arbeit erklärt haben möchte und dazu Fragen und Wünsche äußert ist das absolut in Ordnung.
Zitat:
, wenn jemand zu nem programmierer kommt, ......
muß er dem Programmierer schon mitteilen welche Funktionen sein Knight Rider haben soll. Erst wenn er sagt er will "Kit dreh die Scheibe hoch es regnet" unbedingt in Html haben und darauf behart wird es kritisch.
Dann erklärst Du dem Kunden halt das Brainfuck etwas mehr kostet, und entweder er versteht es bzw. hat das Budget oder er hat eben Pech.
Zitat:
Die Erfahrungen anderer Nutzen um bessere Kundenverhandlungen zu führen.
Wie gesagt es ist kein Beinbruch wenn eine Verhandlung mal ergebnislos verläuft. Am besten Du sammelst Deine eigenen Erfahrungen, schließlich geht es dabei auch um zwischenmenschliche Kommunikation, dafür kannst Du keine allgemeingültigen Ratschläge erwarten, aber ich wiederhol mich...
mfg
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Alt 08.09.2006, 15:30 Nach oben    #9
Bastian Fenske
 
Registriert seit: 04.01.2006
Ort: Kassel
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Hi zusammen.

Für mich gibt es auch die Eckpunkte: Kann ich das (bzw. kann ich es anbieten - wer es dann macht ist dem Kunden ja Wurscht) und will ich das. Für mich ist das sehr wichtig, die Freiheit zu behalten, bestimmte Kundenwünsche nicht zu erfüllen (und natürlich auch, gewisse Kunden erst garnicht zu bedienen). Schwierig wirds dann eben, wenn das von Anfang an nicht klar ist und der Kunde mitten in der Arbeit irgendwas extrem unsinniges möchte und nicht davon abzubringen ist.

So hab ich einen Kunden, dem ich den Sinn praktisch nicht nahelegen konnte, Inhalte für unterschiedliche Medien unterschiedlich aufzubereiten. Seine Website würde er am liebsten direkt aus PowerPoint exportieren und wer seine Monster-Texte am Bildschirm nicht lesen mag, der soll ihm gestohlen bleiben.

Aber gut, das war alles noch im Rahmen. Nur, in den Referenzen macht sich sowas natürlich nicht gut (aber die wollte von mir eh noch niemand sehen).

Zur Zeit arbeite ich viel mit einem Kommunikationsdesigner und das flutscht unglaublich gut, wenn man nicht alles erklären muss, zu dieser Technologie, zu jenem Kundenwunsch, zu jeder Option die Vor- und Nachteile darlegen muss.

Ja klar, und wenn ich entschieden bin, dass ich die merkwürdige Anforderung umsetzen würde, dann geht es eben darum, den Kunden zu beraten, was das für Konsequenzen hat. Mitunter ist es auch angebracht, bestimmte Bedingungen anzuknüpfen.

Vielleicht wäre es prinzipiell angebracht, für sich selbst Standards zu definieren. Ich hab die für mich mehr oder weniger klar, was eben den Punkt angeht, für wen ich arbeite, aber auch zu Punkten der Barrierefreiheiheit etc. ist es vielleicht eine gute Idee, mal was zu definieren und dem Kunden vorab vorzulegen und zwar eben nicht im Sinne eines Angebotes, sondern als verbindliche Grundlage, als Standard, der nicht unterboten wird (Ähnlich vielleicht dem Auomechaniker, der auch keine ausgenudelten Bremsen einbaut, blos, weil der Kunde es gerne billiger möchte).

Basti

Geändert von Basti (08.09.2006 um 15:34 Uhr).
Basti ist offline  
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Alt 08.09.2006, 15:34 Nach oben    #10
Ben
Benjamin Klaile
 
Benutzerbild von Ben
 
Registriert seit: 02.12.2004
Ort: Remagen
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Hi,
Zitat:
Zitat von Basti Beitrag anzeigen
Mitunter ist es auch angebracht, bestimmte Bedingungen anzuknüpfen.
was meinst du denn mit "bestimmten Bedingungen"?

Wäre nett, wenn du das noch etwas "detaillierter" ausführen könntest.
Dankö.
Ben ist offline  
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Alt 08.09.2006, 16:19 Nach oben    #11
Bastian Fenske
 
Registriert seit: 04.01.2006
Ort: Kassel
Beiträge: 826
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Zum Beispiel eine Funktion, die auf JavaScript aufsetzt nur zusammen mit einer Nicht-JS-Alternative anbieten (von Gimmicks natürlich abgesehen).

Basti
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Alt 08.09.2006, 16:22 Nach oben    #12
Ben
Benjamin Klaile
 
Benutzerbild von Ben
 
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Ah, danke.
Hatte da gerade etwas zu viel hineininterpretiert .. .
Ben ist offline  
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Alt 22.09.2006, 10:26 Nach oben    #13
Benjamin Steininger
 
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auch ein schöner artikel zum thema bei alistapart

http://alistapart.com/articles/clientdidit
robo47 ist offline  
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